Emotionen pur auf dem Solarer Berg in Roth.

Wie ist es als Neuling beim TTB anzufangen? Und was hat es mit der legendären Challenge in Roth auf sich? Über beide Erfahrungen berichtet unser Neumitglied Jan. Aber nicht nur bei ihm stand der Start im Triathlon-Mekka in diesem Jahr auf dem Programm – auch Daniel und Henning, der die 9-Stunden-Marke knacken wollte, konnten der legendären Langdistanz nicht widerstehen.

Im Oktober letzten Jahres habe ich mich aufgrund eines Jobwechsels entschieden, meine Triathlon-Aktivitäten auf Braunschweig zu konzentrieren. Schnell kam ich bei meiner Suche auf den TTB, da ich beim Braunschweig Triathlon schon einige Male am Start war. Wer so einen familiären und wirklich geilen Triathlon Jahr für Jahr auf die Beine stellt, muss den Sport mindestens genauso lieben wie ich…habe ich mir gedacht. Klar war, dass die Eingewöhnung einige Zeit dauern wird, aber trotzdem wollte ich es durchziehen. Auch die Vereinsfarben rot-weiß haben es mir angetan. Das rote Fahrrad stand ja schon im Keller…

So begann ich dann im November am Schwimm- und Lauftraining des Vereins teilzunehmen – und war total überrascht. Sofort wurde ich herzlich im Kreise der Trainer und Athleten aufgenommen und schon nach wenigen Wochen fühlte es sich an, als ob es nie anders war. Sofort bekam ich tatkräftige Unterstützung und mir wurden meine technischen Schwächen beim Schwimmen und Laufen aufgezeigt, die sich über die mittlerweile 12 Jahre Triathlon, auf die ich zurückblicken kann, eingebrannt hatten. Und mir wurde gezeigt wie ich sie beheben kann. Als dann auch noch das erste Mal strukturiertes Radtraining ab März mein Triathlon-Herz höher schlagen ließ, war ich im Paradies angekommen. So viele nette Mitstreiter, die diesen Sport und vor allem den Spaß daran schätzen und dabei immer als Team auftreten, hatte ich nicht erwartet.

Der Weg nach Roth führte für Jan über Heilbronn.

Das viele und gute Training musste aber irgendwann auch mal in den See und auf die Straße gebracht werden. Der Barcelona-Marathon im März sowie das Trainingslager auf Mallorca im April haben die Grundlagen geschaffen, um beim Hannover-Limmer-Triathlon das erste Mal im Landesliga-Team zu starten. Ein großartiges Erlebnis – (fast) komplett im roten Teamdress aufzulaufen und gemeinsam zu kämpfen und danach beim Grillen das Rennen zu analysieren. Auch einen Tag später beim nachgemeldeten Start in Wolfsburg (Zeit: 1:13, Platz: 17 Platz, AK: 4. Platz) merkte ich, dass die Form so langsam anstieg. Im Juni dann der wirkliche Formtest bei der Mitteldistanz in Heilbronn. Natürlich im (fast) roten Renndress. Das Schwimmen auf der Wendestrecke im Neckar verlief ohne Probleme (29:57) und ich war bereit für 90km Radfahren durch die tolle Landschaft. Mit ca. 1000Hm und sehr vielen Ortschaften war der Radkurs sehr anspruchsvoll. Gerade deswegen war ich mit der Zeit von 2:51 vollauf zufrieden. Beim abschließenden Halbmarathon bin ich voller Adrenalin die ersten Kilometer leider zu schnell losgelaufen, wofür ich dann im Verlauf etwas ruhiger weitermachen musste (1:37). Umso glücklicher war ich, am Ende eine sehr gute Gesamtzeit von 5:04:22 erreicht zu haben und „The way to Roth“ war fast am Ende (Platz gesamt: 62, Platz AK: 12).

Das rot(h)e Triathlon-Wochenende begann mit der Ankunft am Freitag. Schnell war klar, hier wird Triathlon gelebt. Der Samstag war mit Materialcheck, Einlaufen, Wettkampfbesprechung und Pasta-Party so vollgepackt, dass meine TTB-Mitstreiter Henning, Daniel und ich uns leider nicht gesehen haben. Glücklicherweise hatten wir dann am Wettkampfmorgen um halb sechs in der ersten Wechselzone die Gelegenheit, uns viel Erfolg für die nächsten Stunden zu wünschen.

6:45 Uhr – ab ins kühle Nass.

Mit dem Startschuss um 6:45 Uhr ging es dann auf in den langen Triathlon-Tag. Schwimmen verlief wieder wie geplant in fast einer Stunde. Der Wechsel war für meine Verhältnisse auch sehr gut. Auf dem Rad brauchte ich die ersten 20km, um meinen Tritt zu finden. Dann begann die Vorfreude auf die erste Durchfahrt am Solarer Berg – und die Vorfreude war es wert. Die Zuschauer schreien, die Musik ist laut und man fliegt den Berg hoch. Mein Grinsen hat wohl jeder gesehen, die Gänsehaut und die Tränen in den Augen wohl nicht. Ein unbeschreibliches Gefühl, das mich auch jetzt noch zum Grinsen bringt. So hatte ich die nächsten 80km Zeit, damit klar zu kommen und auf die zweite Durchfahrt hinzuarbeiten. Dann war das Radfahren in einer Zeit von 5:11 auch vollbracht. Der Wechsel zum Lauf war mit Unterstützung der Helfer in der Wechselzone (Roth hat die höchste Helferdichte mit insgesamt über 7.000!) auch kein Problem. Die Beine fühlten sich gut an und ich musste aufpassen, nicht den gleichen Fehler wie in Heilbronn zu machen. Da die neue Laufstrecke eine komplette Wendestrecke war, kam mir auf meinem ersten Kilometer Henning entgegen, der schon 10km geschafft hatte. Das gegenseitige Anfeuern hat dann leider doch zu überhöhtem Tempo geführt. Auch dass ich dann mit dem bis dahin Führenden fast 10 Minuten gemeinsam lief, war ein Indiz für zu schnelles Laufen und ein mögliches böses Ende. Also Tempo drosseln, kühlen und verpflegen. Und immer wieder die Anfeuerungen von Mitstreitern, dem Publikum und vor allem von Henning! Zum Ende wurde es nochmal hart, aber das Finish unter 10 Stunden hat mich nochmal gepusht. Mit einer Gesamtzeit von 9:51 und einem Lächeln im Gesicht bin ich dann in das Zielstadion eingelaufen und konnte zufrieden, glücklich und auch leicht überwältigt die Medaille, Finisher-Shirt, Trinken, Essen, Fußbad, Duschen und alles andere genießen.

Wahnsinn – Henning ist Sub-9-Finischer in Roth!

Daniel kam nach 12:35Std. ins Ziel und war angesichts einer vorangegangenen Erkältung und den warmen Temperaturen, die ihm insbesondere beim Marathon stark zusetzten, einfach glücklich über das Finish. Für Henning sollte der Start in Roth mehr als zufriedenstellend sein: Mit einem überragenden Finish als „Sub 9“ konnte er sein vorher gestecktes Ziel, auf das er akribisch hin trainiert hat, souverän erreichen und Platz 31 in der Gesamtwertung belegen!

Ein unvergessliches Wochenende fand beim Feuerwerk und dem Einlauf des letzten Finishers ein tolles Ende. Herauszustellen ist auch nochmal die Unterstützung und auch die Leistung von Sören und Kalle von meinem alten Verein MTV Vorsfelde, mit denen ich dieses Wochenende verbringen durfte. Danke dafür!

Und bald geht es dann in Stuhr mit einem großen TTB-Feld (Regionalliga-Team sowie beide Landesliga-Teams) und in Wilhelmshaven wieder in rotem Renndress an den Start. Ich freue mich schon drauf!

Name Zeit Platz gesamt Platz AK
Henning Schillingmann 08:51:36 31 6 (AK 30)
Jan Wetzel 09:51:27 218 49 (AK 35)
Daniel Frobeen 12:35:00 1905 398 (AK 40)
Alles auf Rot(h)