Wir können auch international. Ein Glückwunsch vorweg an Katha und Danke für die Einblicke.

Katha auf Gran Canaria.
Nachdem ich die letzten beiden Jahre bei der Challenge Mogan (Gran Canaria) auf der Mitteldistanz am Start war, habe ich mich in diesem Jahr ganz bewusst zu einem Start über die olympische Distanz entschieden. Der Grund war ein ganz einfacher: Ende Mai steht für mich der Ironman Lanzarote auf dem Plan und die Challenge Gran Canaria sollte mein Form- und Materialtest werden. Die Mitteldistanz ist bei der Challenge Mogan zwar ganz klar der Hauptwettkampf und war gerade in den letzten Jahren mit z.B. Daniela Ryf und Patrick Lange sehr stark besetzt. Allerdings ist das Rennen auch ein echtes Brett mit ca. 1500 Höhenmetern auf dem Rad und einer nicht minder fordernden Laufstrecke (inkl. einer 4x zu laufenden 12% Rampe). Vor allem die mentale Anstrengung, die deshalb auf dieser Mitteldistanz abverlangt wird, war mir in der Vorbereitung auf Lanzarote zu viel. Mein Materialtest begann dann ungewollt schon vor dem Rennen. Dazu sollte gesagt werden, dass ich bis Februar diesen Jahres die wunderschöne Insel Gran Canaria für zwei Jahre mein Zuhause nennen durfte. Da mein Freund weiterhin auf der Insel wohnt, hatte ich den Luxus „einige wenige“ meiner Habseligkeiten (in der Menge einen gut gefüllte Kleiderschrank…) auf der Insel lassen zu können. Darunter auch meinen Wettkampf-Laufradsatz; wohl wissend, dass meine ersten Wettkämpfe der Saison auf den Kanaren sein würden und ich den Laufrädern den Reisestress ersparen wollte. Lange Rede kurzer Sinn: Ich war fest davon ausgegangen, dass ich eine 11-32 Kassette auf dem Hinterrad montiert hatte. Wie sich beim freudigen Auspacken herausstellte, war dem nicht so. Stattdessen lächelte mich eine 11-25er Kassette an. Oopsie-daisies! Nach kurzer Bedenkzeit entschied ich mich, dass die Anstiege auf der Radstrecke der Challenge Gran Canaria auch mit einer 11-25er Kassette machbar sind und freute mich, dass der Rest der Rennvorbereitung ohne weitere Überraschungen verlief.

Mit der Erfahrung aus den Starts in den vergangenen beiden Jahren war der Rennmorgen dann schon praktisch Routine. Rad checken, schauen wo die Laufwege der OD in der Wechselzone sind, ab in den Neo und schon konnte es losgehen! Das Schwimmen fand in der schönen Amadores Bucht statt. Was von außen malerisch aussieht, war bei nahem Kontakt dann doch eher wellig. Ein zu schnelles Ansprinten auf den ersten Metern gepaart mit mehr auf und ab, als mir lieb war, führte dazu, dass ich nach 100 Metern mit Puls am Anschlag und nach Luft lechzend am liebsten einen Helfer zu mir gerufen hätte. Ja, das geht auch guten Schwimmern manchmal so! Ich ließ also die ersten 4-5 Frauen ziehen und besann mich darauf kontrolliert zu schwimmen. Das funktionierte besser als gedacht, da ich letztlich wesentlich weniger Zeit auf die mir enteilten Schwimmerinnen verlor als erwartet.
Auf dem Rad begann dann meine Aufholjagd. Eine ungewohnte Erfahrung, da ich eher die umgekehrte Perspektive kenne! Die erste Mitstreiterin konnte ich schon innerhalb der ersten Kilometer stellen. Wie sich herausstellte, war sie auch die einzige der schnellen Schwimmerinnen, die mit mir auf der OD unterwegs war. Der Rest waren Mitteldistanzlerinnen. Da alle Frauen (außer Pros) gleichzeitig starten, war es aus dem Renngeschehen heraus schwer die Übersicht zu wahren, wer wo startet. Zum Glück konnte ich mich auf meinen Streckensupport verlassen, der mir zurief, dass ich führte. Die eher eintönige Kursführung der Challenge Gran Canaria ist für Zuschauer ein
echtes Highlight, da sie bei bis zu 5 Runden auf dem Rad und bis zu 4 Runden beim Laufen ihre Schützlinge sehr häufig sehen. Wer als Athlet allerdings hofft die Schönheit Gran Canarias bei diesem Rennen zu sehen, wird eher enttäuscht werden. Das soll nicht gegen das Rennen sprechen, welches absolut fair ist, mit viel Herzblut und wirklich für die Athleten organisiert wird. Und dennoch: Nicht umsonst nennt Patrick Lange Gran Canaria als eines seiner Lieblingsziele für lange Radtouren. Ich kann nur empfehlen dafür abseits des Rennens Zeit einzuplanen.
 
Zurück zum Rennen: An meiner Führung sollte sich bis zum Ziel nichts mehr ändern und so konnte ich (auf den gefühlt einzigen flachen Metern im Kurs) im Ziel zum ersten Mal das Siegerbanner in die Luft halten! Neben der großen Freude darüber war ich vor allem zufrieden den Eindruck bestätigt zu sehen, dass die Form für Lanzarote in die richtige Richtung zeigt und ich noch ein paar kleinere Stellschrauben identifizieren konnte, die ich bis dahin verbessern kann. Nun heißt es mit dem guten Saisonstart im Nacken weiter zu arbeiten, damit die Highlights auch zu solchen werden!
Aller guten Dinge sind drei.