TTB-Team: Robin, Schieri, Marcel, Konsti und Felix.

24-Stunden-Radrennen – klingt verrückt? Vielleicht, aber das schreckt den TTB nicht ab. Also haben sich fünf harte TTB-Kerle aufgemacht, die Herausforderung „24 Stunden am Stück radeln“ bereits im 2. Jahr anzunehmen: Felix (Cro), Schieri (Camping+), Robin (Style), Konstantin (Franzbranntwein) und Marcel (Ordnung+Sauberkeit) packten am Freitag, 14. Juli, Räder und Feldbetten zusammen, um in Kelheim wieder die Triathleten-Ehre zu verteidigen. Ein Bericht von Marcel.

Das 24-Stunden-Rennen in Kelheim hat seit 1997 Tradition. Die Mischung aus Profi-Radfahrern, Triathleten, Freizeit-Radlern und Spaß-Fahrern macht die Großveranstaltung zu einem ganz besonderen Erlebnis und hat uns bereits im letzten Jahr total begeistert. Kelheim muss man einfach erlebt haben – oder auch zum 2. Mal.

Nach Einrichten unseres TTB-Fahrerlagers und Abholen der Startunterlagen, haben wir bei einer großen Portion Nudeln, eintretender Dunkelheit und einem isotonischen Weizen den Tag ausklingen lassen. Das Zippen des Schlafsackreißverschlusses und Erzählen von Gute-Nacht-Geschichten machten das Ferienlagerfeeling dann auch perfekt und die Vorfreude auf den kommenden Tag war riesengroß.

Am Samstag um 6Uhr war es mit der letzten Tiefschlafphase aber auch schon wieder früh vorbei. Das katholische Bayern und seine Kirchenglocken haben den Wettkampftag buchstäblich eingeläutet. Der Morgenputz war schnell getan, der erste Kaffee von vielen wurde gebrüht und wir ließen uns das Frühstück mit Blick auf die eintreffende Konkurrenz schmecken.

Streckenbesichtigung – Style ist alles.

Um die Aufregung im Zaum zu halten und letzte Tests an den Boliden vorzunehmen, wurde die Runde – 16,5km – am Vormittag noch bei GA1-Tempo und Espresso abgefahren. Zurück im Fahrerlager mussten wir feststellen, dass wir unsere Ausstattung im Vergleich zum letzten Jahr zwar stark optimiert hatten, uns die erfahrenen Teams aber nach wie vor einige Nasenlängen voraus waren. Da wurden mobile Wäsche- und Radständer aufgebaut, Heißlüfter aktiviert, Massagebänke inkl. Massagehasen ausgepackt, Kühlschränke gewuchtet oder auch gleich der 100.000€ Camper ausgerichtet. Nebenbei haben wir erfahren, dass wir wohl das einzige Team ohne Betreuer waren. Das steht jetzt schonmal auf der „we-need-Liste-2018“ drauf.

Aber wir waren zufrieden und heiß … auf das Rennen! Wir ließen uns noch schnell knipsen und machten uns dann geschlossen auf zum Start. Marcel sollte der Startfahrer für die erste Runde sein. Unsere Taktik war: Wir suchen uns eine schöne Gruppe und jede Runde wird gewechselt. Unser Ziel war: 1 Runde mehr als noch ein Jahr zuvor fahren. 2016 haben wir 51 Runden bzw. 835km abgespult.

Pünktlich um 14Uhr fiel dann der Startschuss und eine brutal schnelle erste Runde war aufgrund der eingebauten Bergwertung zu erwarten. Aber so schnell!?! Der Tacho zeigte eine Durchschnitts-Geschwindigkeit von 40,7km/h an und das bei 180 Höhenmetern und auf dem Rennrad – „Einfach mal hart zu sich selbst sein!“ Dann kam der erste Wechsel auf Robin, der wiederum an Konsti übergab, weiter auf Felix und Schieri durfte den ersten Durchlauf beenden. Wir hatten viel Spaß, fanden eine gute Gruppe, fuhren super konstante, schnelle Zeiten und so ging es in die Nacht. Von 21 bis 5 Uhr hieß es: Licht ans Fahrrad und Sicherheitsweste an. Die Strecke war uns mittlerweile sehr bekannt, aber das Fahren ausschließlich im kleinen Lichtkegel war schon berauschend. Spätestens jetzt musste die Pause nicht nur zum Frischmachen, Verpflegen und Austauschen genutzt werden, sondern der Schlaf wurde vom Körper eingefordert. Das Zeitfenster gab dafür nur mickrige 50min. vor, wodurch es hart wurde durch die Nacht zu kommen. Die kühlen Temperaturen von 7 Grad forderten zusätzlich Energie. Aber am „Col de Stausacker“ herrscht Partystimmung die ganze Nacht und so werden die Athleten auch bei Dunkelheit den Berg hochgetrieben. Und Spätestens mit den ersten Sonnenstrahlen kehrten dann auch die Lebensgeister und bei Robin der Drang zum Reden zurück.

Als die Uhr dann am Sonntag 12:45Uhr anzeigte und nur noch eine Renndauer von 1:15Stunde anstand, sollte es wie im Jahr zuvor wieder zu einem heißen Finish kommen. Mit einem anderen Team teilten wir uns Platz 19 und die Anzeige verriet für uns: 50 gefahrene Runden. Also haben wir in unsere glasigen Augen geschaut  und die letzten Kräfte in die Runden 51 und tatsächlich 52 gesteckt. Mit einem Sprint, wie ihn Peter Sagan nicht hätte besser fahren können, sicherte uns Konsti auch noch den 19. Platz.

Nach dem Rennen: Beine kühlen.

Damit war es geschafft: Platz 19 von 127 Männerteams, 52 Runden, 851,5km und 9400HM.

Wir waren stehend k.O. und das Zusammenpacken wurde fast zur größeren Herausforderung als das Rennen selbst. Aber irgendwie waren dann auch das letzte Feldbett und Rad in den Autos verstaut und wir freuten uns auf einen kulturellen Abend mit deftigem, leckerem Essen, der längsten Holzbrücke der Welt, Natureindrücken und einem richtigen Bett. Und wenn wir nicht verschlafen haben, sollten wir am nächsten Tag auch wieder gut daheim angekommen sein!

24-Stunden-Rennen: Radfahren wie im Rausch